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Pflichtenheft-Beispiel

Pflichtenheft für ein Dokumentenmanagementsystem (DMS): Beispiel

Das DMS-Pflichtenheft zeigt, wie das Systemhaus Eingangsrechnungen mit OCR und Freigabe-Workflow, GoBD-konforme Archivierung und die Anbindung an DATEV und Microsoft 365 umsetzt. Beispiel: Einführung in einem Unternehmen mit 150 Mitarbeitenden.

9 Kapitel 19 Anforderungen 14 MUSS-Anforderungen

Pflichtenheft-Vorlage mit Anleitung · Lastenheft-Generator

Pflichtenheft

Pflichtenheft Dokumentenmanagement (DMS)

Dieses Pflichtenheft beschreibt die Umsetzung eines Dokumentenmanagementsystems für 150 Mitarbeitende auf Grundlage des Lastenhefts des Auftraggebers. Der Schwerpunkt liegt auf digitalen Eingangsrechnungen mit OCR, mehrstufiger Freigabe, GoBD-konformer Archivierung sowie der Anbindung an DATEV und Microsoft 365.

1. Einleitung

Grundlage dieses Pflichtenhefts ist das Lastenheft des Auftraggebers für die Einführung eines DMS. Die Umsetzung erfolgt durch uns als Systemhaus einschließlich Konzeption, Konfiguration, Integration, Migration, Tests, Schulung und Übergabe in den Betrieb.

Für die Nachverfolgbarkeit werden die fachlichen Anforderungen mit den Referenzen F-01 bis F-07 bezeichnet: F-01 digitale Eingangsrechnungen, F-02 OCR-Erfassung, F-03 mehrstufiger Freigabe-Workflow, F-04 GoBD-konforme Archivierung, F-05 DATEV-Anbindung, F-06 Microsoft-365-Anbindung und F-07 Abteilungsberechtigungen. Die Vergabe dieser Referenznummern ist eine Annahme, da das vorliegende Lastenheft keine nummerierten F-Anforderungen enthält.

  • Planungsgrundlage sind 150 Mitarbeitende und eine zentrale DMS-Instanz.
  • Ein Hauptstandort des Auftraggebers wird angenommen; weitere Standorte werden im Projekt geprüft.
  • Das DMS wird für die Verarbeitung, Prüfung, Freigabe, Archivierung und Recherche von Eingangsrechnungen konfiguriert.

2. Lösungsüberblick und Systemarchitektur

Wir implementieren eine zentrale DMS-Plattform mit Webzugriff, OCR-Komponente, Workflow-Engine, revisionssicherem Archiv, Volltextsuche und rollenbasierter Rechteverwaltung. Die Lösung wird in einer getrennten Test- und Produktivumgebung betrieben.

Die Systemarchitektur besteht aus einer Eingangsschicht für E-Mail und Upload, einem Verarbeitungsdienst für OCR und Validierung, der Workflow-Engine, dem Archivspeicher, einer Integrationsschicht sowie Administrations- und Monitoringfunktionen.

Als Zielumgebung wird der Betrieb in einem Rechenzentrum innerhalb der Europäischen Union angenommen. Die Identitätsanbindung erfolgt über Microsoft Entra ID beziehungsweise Active Directory, sofern beim Auftraggeber vorhanden (Annahme).

  • Zentrale DMS-Instanz für 150 Mitarbeitende mit getrennten Rollen für Sachbearbeitung, Freigabe, Finanzwesen und Administration.
  • Originaldokumente werden unverändert gespeichert; erkannte Metadaten werden getrennt und nachvollziehbar versioniert.
  • Microsoft 365 wird primär über Exchange Online und Microsoft Graph angebunden (Annahme).
  • Die DATEV-Anbindung erfolgt über einen abgestimmten DATEV-Import- beziehungsweise Exportweg.
  • Produktiv- und Testsystem werden logisch getrennt und mit getrennten Administrationsberechtigungen betrieben.

3. Umsetzung der funktionalen Anforderungen

Die folgenden Anforderungen beschreiben, wie wir die im Lastenheft genannten Funktionen konfigurieren und technisch umsetzen. Jede Anforderung enthält ein prüfbares Abnahmekriterium.

Die konkreten Organisationsdaten, Kostenstellen, Genehmigungsgrenzen und Pflichtfelder werden während der Fachkonzeption erhoben und in einer Konfigurationsmatrix dokumentiert.

  • Die Konfiguration erfolgt zunächst im Testsystem und wird nach erfolgreicher Abnahme in das Produktivsystem übertragen.
  • Workflow-, Rechte- und Metadatenänderungen werden versioniert dokumentiert.
  • Die fachliche Prüfung erfolgt durch benannte Key User des Auftraggebers.
P-01MUSS→ F-01

Zentrale Erfassung von Eingangsrechnungen

Wir richten eine zentrale Eingangsstelle für digitale Eingangsrechnungen ein. Rechnungen können über ein dediziertes Rechnungspostfach und über einen gesicherten Web-Upload übernommen werden; die konkrete Postfachadresse wird im Projekt festgelegt.

Abnahme: Es werden mindestens fünf PDF-Rechnungen per E-Mail und Web-Upload eingespielt. Jede Rechnung wird genau einmal im DMS angelegt, das Original bleibt unverändert erhalten und erhält eine eindeutige Dokument-ID.

P-02MUSS→ F-02

OCR-Erfassung von Rechnungsdaten

Die OCR-Komponente extrahiert mindestens Lieferant, Rechnungsnummer, Rechnungsdatum, Netto-, Steuer- und Bruttobetrag, Währung sowie IBAN, sofern diese Angaben vorhanden sind. Nicht eindeutig erkannte Werte werden zur manuellen Prüfung gekennzeichnet.

Abnahme: Ein Testbestand von 20 unterschiedlichen Rechnungen wird verarbeitet. Die extrahierten Felder werden angezeigt, Unsicherheiten sind markiert und die Originalansicht kann aus der Erfassungsmaske geöffnet werden.

P-03MUSS→ F-02

Validierung und Korrektur der Rechnungsdaten

Wir konfigurieren Pflichtfeldprüfungen, Datums- und Betragsprüfungen sowie die Zuordnung zu Lieferanten und Abteilungen. Die Sachbearbeitung kann erkannte Werte vor der Freigabe korrigieren; Änderungen werden im Protokoll gespeichert.

Abnahme: Eine Rechnung mit fehlendem Pflichtfeld und eine Rechnung mit ungültigem Datumsformat werden eingespielt. Das System verhindert die Weiterleitung bis zur Korrektur und protokolliert die Änderung.

P-04SOLL→ F-01

Erkennung möglicher Dubletten

Das DMS prüft neue Rechnungen anhand von Lieferant, Rechnungsnummer, Rechnungsdatum und Bruttobetrag auf mögliche Dubletten. Bei einem Treffer wird die Rechnung zur Prüfung markiert und nicht automatisch final archiviert.

Abnahme: Eine identische Rechnung wird zweimal importiert. Der zweite Import erzeugt einen Dublettenhinweis und bleibt bis zur manuellen Entscheidung im Prüfstatus.

P-05MUSS→ F-03

Regelbasierte Workflow-Zuordnung

Die Workflow-Engine ordnet Rechnungen anhand von Abteilung, Kostenstelle, Lieferant und Betragsgrenzen den zuständigen Bearbeitern zu. Betragsgrenzen und Organisationsregeln werden in einer vom Auftraggeber freigegebenen Regelmatrix gepflegt.

Abnahme: Mindestens drei Testrechnungen mit unterschiedlichen Abteilungen und Beträgen werden verarbeitet. Jede Rechnung wird gemäß der freigegebenen Regelmatrix dem erwarteten Workflow zugeordnet.

P-06MUSS→ F-03

Mehrstufige Freigabe

Wir konfigurieren mindestens zwei Freigabestufen für Rechnungen, bestehend aus fachlicher Prüfung und finaler Freigabe durch das Finanzwesen (Annahme). Jede Stufe kann freigeben, ablehnen oder zur Korrektur zurückgeben.

Abnahme: Eine Rechnung durchläuft beide Freigabestufen. Freigabe, Ablehnung und Rückgabe werden jeweils ausgeführt und im Workflowverlauf mit Benutzer, Zeitstempel und Entscheidung angezeigt.

P-07SOLL→ F-03

Aufgaben, Vertretungen und Eskalationen

Aufgaben werden den zuständigen Benutzern im DMS angezeigt und zusätzlich per E-Mail gemeldet. Für Abwesenheiten werden Vertretungen konfiguriert; überfällige Aufgaben werden nach den mit dem Auftraggeber vereinbarten Fristen eskaliert.

Abnahme: Für einen Testbenutzer wird eine Vertretung hinterlegt. Eine Aufgabe wird erzeugt, vertreten bearbeitet und nach Ablauf einer konfigurierten Frist an die definierte Eskalationsrolle weitergeleitet.

P-08MUSS→ F-04

GoBD-konforme Archivierung

Nach Abschluss des Workflows werden Rechnungen mit unverändertem Original, festgelegten Metadaten, Bearbeitungsverlauf und Prüfprotokoll in einem gegen nachträgliche Änderung geschützten Archiv gespeichert. Aufbewahrungs- und Löschregeln werden entsprechend der freigegebenen gesetzlichen und betrieblichen Vorgaben eingerichtet.

Abnahme: Eine abgeschlossene Rechnung wird archiviert und anschließend mit Änderungsversuchen, Versionsprüfung und Protokollauswertung getestet. Das Original bleibt unverändert; jede zulässige Bearbeitung ist nachvollziehbar protokolliert.

P-09MUSS→ F-04

Recherche und kontrollierter Export

Das DMS stellt eine Suche über Volltext und Metadaten bereit. Suchergebnisse können abhängig von den Benutzerrechten angezeigt und als nachvollziehbarer Dokumentexport einschließlich relevanter Metadaten ausgegeben werden.

Abnahme: Es werden Suchabfragen nach Lieferant, Rechnungsnummer, Zeitraum, Abteilung und Volltext durchgeführt. Benutzer ohne Berechtigung sehen geschützte Dokumente nicht; berechtigte Benutzer können ein Original mit Metadaten exportieren.

P-10MUSS→ F-05

DATEV-Übergabe

Wir implementieren eine Übergabe der geprüften Rechnungsdaten an das beim Auftraggeber eingesetzte DATEV-System. Übergeben werden mindestens Kreditor, Rechnungsnummer, Rechnungsdatum, Beträge, Steuerkennzeichen, Kostenstelle und Archivlink, soweit vom DATEV-Zielsystem unterstützt.

Abnahme: Ein Testbestand mit mindestens zehn freigegebenen Rechnungen wird an DATEV übergeben. Der Import wird ohne Formatfehler durchgeführt, die Belegdaten sind zugeordnet und der Rückverweis auf das DMS ist vorhanden, sofern vom Zielsystem unterstützt.

P-11MUSS→ F-06

Anbindung an Microsoft 365

Wir binden die für den Rechnungseingang und die Benutzeranmeldung erforderlichen Microsoft-365-Dienste über freigegebene Schnittstellen an. Die Authentifizierung erfolgt über OAuth 2.0 beziehungsweise OpenID Connect, sofern die vorhandene Microsoft-365-Konfiguration dies unterstützt.

Abnahme: Eine Testrechnung wird aus dem konfigurierten Microsoft-365-Postfach übernommen. Ein berechtigter Benutzer meldet sich mit seinem Microsoft-365-Konto an; ein nicht berechtigter Benutzer erhält keinen Zugriff.

P-12MUSS→ F-07

Abteilungsbezogene Berechtigungen

Wir setzen ein rollenbasiertes Berechtigungsmodell nach Abteilungen um. Zugriffe auf Dokumente, Aufgaben, Suche, Exporte und Administration werden nach dem Prinzip der minimalen Berechtigung vergeben und über Gruppen aus dem Identitätssystem gepflegt.

Abnahme: Mit Testkonten aus mindestens drei Abteilungen wird geprüft, dass Benutzer ausschließlich ihre freigegebenen Dokumente und Aufgaben sehen. Ein Administratorzugriff wird separat protokolliert und ein Entzug der Gruppenmitgliedschaft wirkt spätestens nach der vereinbarten Synchronisationsfrist.

4. Umsetzung der nicht-funktionalen Anforderungen

Da das Lastenheft keine nummerierten nicht-funktionalen Anforderungen enthält, werden die folgenden messbaren Qualitätsziele als Umsetzungsannahmen vorgeschlagen. Abweichungen werden vor der technischen Umsetzung schriftlich freigegeben.

Die Messungen erfolgen im Testsystem mit einer für 150 Mitarbeitende repräsentativen Datenmenge. Geplante Wartungszeiten werden bei Verfügbarkeitsmessungen nicht berücksichtigt.

  • Die Zielwerte gelten für den Regelbetrieb der DMS-Kernfunktionen.
  • Sicherheitsrelevante Konfigurationen werden vor Produktivsetzung dokumentiert und geprüft.
  • Die Betriebs- und Wiederanlaufverfahren werden mit dem Auftraggeber abgestimmt.
Q-01SOLL→ NFR-01 (Annahme)

Performance

Bei mindestens 20 gleichzeitig angemeldeten Benutzern werden 95 Prozent der Standard-Suchanfragen innerhalb von zwei Sekunden beantwortet. Der Upload einer Datei bis zehn Megabyte bestätigt die Annahme innerhalb von drei Sekunden; die OCR-Verarbeitung erfolgt anschließend asynchron (Annahme).

Abnahme: Ein Lasttest mit 20 parallelen Benutzern und mindestens 1.000 Testdokumenten wird durchgeführt. Die Messwerte werden protokolliert und mit den Zielwerten verglichen.

Q-02SOLL→ NFR-02 (Annahme)

Verfügbarkeit

Die monatliche technische Verfügbarkeit der Produktivumgebung beträgt mindestens 99,5 Prozent, ausgenommen angekündigte Wartungsfenster und höhere Gewalt (Annahme).

Abnahme: Nach mindestens einem Monat Betriebsüberwachung wird der Verfügbarkeitsbericht ausgewertet. Nichtverfügbarkeiten werden mit Ursache, Beginn, Ende und Maßnahme dokumentiert.

Q-03MUSS→ NFR-03 (Annahme)

Authentifizierung und Zugriffsschutz

Benutzer werden über das zentrale Identitätssystem authentifiziert. Der Zugriff wird standardmäßig verweigert, Rollen werden nach dem Need-to-know-Prinzip vergeben und für Administrationskonten wird eine Mehrfaktor-Authentifizierung aktiviert, sofern technisch verfügbar.

Abnahme: Es werden Login, Rollenwechsel, Zugriff auf fremde Abteilungen, Deaktivierung eines Kontos und Administratorzugriff getestet. Unberechtigte Zugriffe werden abgewiesen und sicherheitsrelevante Ereignisse protokolliert.

Q-04MUSS→ NFR-04 (Annahme)

Verschlüsselung und Protokollierung

Die Übertragung erfolgt mindestens über TLS 1.2. Daten im Speicher werden mit einem vom Betreiber freigegebenen Verschlüsselungsverfahren geschützt; Audit-, Login- und Administrationsereignisse werden manipulationsgeschützt protokolliert.

Abnahme: TLS-Konfiguration, Zertifikatskette, Verschlüsselung des Datenspeichers und Unveränderbarkeit der Auditprotokolle werden durch Konfigurationsprüfung und einen Penetrationstest ohne kritische Befunde nachgewiesen.

Q-05MUSS→ NFR-05 (Annahme)

Datensicherung und Wiederanlauf

Es werden tägliche inkrementelle und wöchentliche vollständige Sicherungen durchgeführt (Annahme). Das Ziel für den maximalen Datenverlust beträgt 24 Stunden und das Ziel für die Wiederherstellung des Produktivbetriebs vier Stunden (Annahme).

Abnahme: Eine Wiederherstellung eines Testbestands aus einer Sicherung wird durchgeführt. Sicherungsstatus, Wiederherstellungsdauer und Vollständigkeit der Dokumente werden protokolliert.

Q-06MUSS→ NFR-06 (Annahme)

Monitoring und Störungsmeldung

Systemzustand, Speicher, Schnittstellen, OCR-Verarbeitung, Workflowwarteschlangen und Sicherungen werden überwacht. Bei kritischen Fehlern wird eine Meldung an den definierten Betriebskontakt ausgelöst.

Abnahme: Für jede überwachte Komponente wird ein Testfehler erzeugt. Das Monitoring erkennt den Fehler, erstellt ein Ereignis und löst die vereinbarte Benachrichtigung aus.

Q-07SOLL→ NFR-07 (Annahme)

Wartbarkeit und Releaseverfahren

Konfigurationsänderungen werden zunächst im Testsystem geprüft und anschließend kontrolliert in das Produktivsystem übertragen. Für Updates werden Änderungsbeschreibung, Testnachweis, Freigabe und Rückfallverfahren dokumentiert.

Abnahme: Eine nichtkritische Konfigurationsänderung wird über das dokumentierte Verfahren umgesetzt. Die Änderung ist im Test nachgewiesen, im Produktivsystem nachvollziehbar und bei Bedarf rücksetzbar.

5. Schnittstellen und Migrationskonzept

Die Schnittstellen werden ausschließlich über dokumentierte und vom jeweiligen Hersteller unterstützte Verfahren umgesetzt. Direkte Änderungen in Datenbanken der angebundenen Systeme sind nicht vorgesehen.

Vor jeder Migration wird ein Dateninventar erstellt. Dokumente und Metadaten werden in eine Staging-Umgebung übernommen, geprüft, bereinigt und erst nach Freigabe in das Archiv überführt.

  • Microsoft 365: Anbindung des Rechnungspostfachs über Microsoft Graph und OAuth 2.0; SharePoint- oder Teams-Anteile werden nur bei bestätigtem Projektumfang übernommen (Annahme).
  • DATEV: Übergabe über das vom Auftraggeber eingesetzte DATEV-Import- oder Exportverfahren; Format, Übertragungsweg und Rückverlinkung werden anhand der installierten DATEV-Version festgelegt.
  • Identität: Anbindung über Microsoft Entra ID oder Active Directory mittels OpenID Connect, SAML oder LDAP, abhängig von der vorhandenen Infrastruktur (Annahme).
  • Eingang: Unterstützung für PDF und gängige Bildformate; strukturierte Formate wie ZUGFeRD oder XRechnung werden nach Bestätigung des Umfangs ergänzt (Annahme).
  • Migration: Inventarisierung, Metadatenmapping, SHA-256-Prüfsummen, Pilotmigration, Vollmigration, Stichprobenprüfung und dokumentierte Freigabe.
  • Die Quellsysteme bleiben bis zum Abschluss der Migrationsprüfung unverändert beziehungsweise schreibgeschützt verfügbar.

6. Datenschutz und IT-Sicherheit

Wir berücksichtigen die Anforderungen der DSGVO, insbesondere Zweckbindung, Datenminimierung, Integrität, Vertraulichkeit und Nachweisbarkeit. Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt ausschließlich im vereinbarten Auftrag und im erforderlichen Umfang.

Für den Betrieb wird ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 DSGVO vorbereitet. Technische und organisatorische Maßnahmen werden in einer Sicherheits- und Datenschutzdokumentation beschrieben.

  • Zugriffe werden rollenbasiert, personenbezogen und nach dem Least-Privilege-Prinzip vergeben.
  • Administrations- und sicherheitsrelevante Vorgänge werden mit Benutzerkennung, Zeitstempel, Aktion und Ergebnis protokolliert.
  • Übertragungen werden verschlüsselt; Zugangsdaten werden nicht in Klartext gespeichert.
  • Testdaten werden, soweit möglich, anonymisiert oder durch synthetische Daten ersetzt.
  • Aufbewahrungs- und Löschregeln werden mit dem Auftraggeber und dessen steuerlicher Beratung abgestimmt; Rechnungen werden nicht vor Ablauf der festgelegten gesetzlichen Frist gelöscht.
  • Backups werden gegen unberechtigten Zugriff geschützt und regelmäßig auf Wiederherstellbarkeit geprüft.
  • Hosting innerhalb der EU wird angenommen; eingesetzte Unterauftragsverarbeiter werden vor Betriebsaufnahme benannt und bewertet.

7. Test- und Abnahmekonzept

Die Qualitätssicherung erfolgt stufenweise durch technische Tests, Integrationstests, Migrationstests, Sicherheitsprüfungen, Lasttests und einen fachlichen Abnahmetest. Alle Tests werden mit Testfällen, erwarteten Ergebnissen, tatsächlichen Ergebnissen und Fehlerstatus dokumentiert.

Die Abnahme erfolgt durch den Auftraggeber nach erfolgreichem Abschluss des Abnahmetests und der Übergabe der Betriebs-, Sicherheits- und Administrationsdokumentation.

  • Modultests für OCR, Validierung, Berechtigungen, Archiv und Workflow.
  • Integrationstests für Microsoft 365, DATEV und Identitätsmanagement.
  • End-to-End-Test vom Rechnungseingang bis zur Archivierung und DATEV-Übergabe.
  • Migrationstest mit repräsentativem Datenbestand und Prüfsummenvergleich.
  • Sicherheitsprüfung einschließlich Rollenprüfung, Fehlberechtigungen, Protokollierung und Verschlüsselung.
  • Abnahmekriterien: alle MUSS-Anforderungen erfüllt, keine offenen kritischen Fehler und vollständige Übergabedokumentation.
  • Fehler werden nach kritisch, hoch, mittel und niedrig klassifiziert; kritische und hohe Fehler müssen vor der Produktivsetzung behoben oder schriftlich freigegeben werden.

8. Projektphasen, Rollen und Zeitplan

Für die Einführung werden 15 Projektwochen angesetzt (Annahme). Die Planung setzt voraus, dass der Auftraggeber fachliche Ansprechpartner, Systemzugänge, DATEV- und Microsoft-365-Informationen sowie Testdaten rechtzeitig bereitstellt.

Die Produktivsetzung erfolgt nach erfolgreicher Abnahme, Einweisung der Administratoren und Schulung der betroffenen Benutzergruppen.

  • Phase 1, Wochen 1-2: Projektstart, Ist-Aufnahme, Anforderungsabgleich und Festlegung der F-Referenzen.
  • Phase 2, Wochen 3-5: Lösungsdesign, Rechte- und Workflowkonzept, Schnittstellenspezifikation und Migrationsplanung.
  • Phase 3, Wochen 6-10: Installation, Konfiguration, OCR-Einrichtung, Workflowumsetzung und Schnittstellenentwicklung.
  • Phase 4, Wochen 11-12: Pilotmigration, Integrations- und Sicherheitstests sowie Fehlerkorrekturen.
  • Phase 5, Wochen 13-14: Fachlicher Abnahmetest, Administrationsschulung, Benutzerschulung und Abnahmevorbereitung.
  • Phase 6, Woche 15: Produktivsetzung, Datenmigration, Go-live und Beginn der Hypercare-Phase.
  • Auftragnehmer: Projektleitung, Lösungsarchitektur, DMS-Konfiguration, Integration, Migration, Sicherheit und Support.
  • Auftraggeber: Projektverantwortlicher, mindestens zwei Key User (Annahme), Finanzwesen, IT-Administration, Datenschutz und fachliche Freigabeverantwortliche.

9. Betrieb, Support und Wartung

Nach der Produktivsetzung übernehmen wir den technischen Support, die Überwachung der Schnittstellen und die Unterstützung bei Fehleranalyse und Wartung. Für die ersten zehn Arbeitstage wird eine erweiterte Hypercare-Betreuung vorgesehen (Annahme).

Die Betriebsübergabe umfasst Systemdokumentation, Rollenmatrix, Schnittstellenbeschreibung, Sicherungs- und Wiederanlaufverfahren, Monitoringkonfiguration, Releaseverfahren und eine Administrationsschulung.

  • Supportzeiten: Montag bis Freitag von 8:00 bis 17:00 Uhr, ausgenommen gesetzliche Feiertage (Annahme).
  • Störungen der Priorität kritisch werden innerhalb einer Stunde, hohe Störungen innerhalb von vier Stunden bearbeitet (Annahme).
  • Regelmäßige Wartungen werden angekündigt und möglichst außerhalb der Kernarbeitszeit durchgeführt.
  • Sicherheitsupdates werden bewertet, priorisiert und nach Test im Wartungsfenster eingespielt.
  • Der Betrieb überwacht Verfügbarkeit, Speicher, Sicherungen, OCR-Warteschlangen, Workflowfehler und Schnittstellen.
  • Ein monatlicher Betriebsbericht mit Verfügbarkeit, Störungen, Sicherungsstatus und offenen Maßnahmen wird bereitgestellt (Annahme).
  • Änderungen an Workflow, Berechtigungen und Aufbewahrungsregeln werden nur nach dokumentierter Freigabe umgesetzt.

Vor der Verwendung klären

Diese Punkte und Annahmen sind im Beispiel offen — in deinem Vorhaben musst du sie festlegen.

  • Welche Standorte, Netzwerke und Betriebsmodelle sind vorhanden, und soll das DMS beim Auftraggeber, beim Auftragnehmer oder in einer bestimmten Cloud betrieben werden?
  • Welche DATEV-Produkte und Versionen werden eingesetzt, und welcher konkrete Import-, Export- oder Übergabemechanismus einschließlich Rückverlinkung ist vorgeschrieben?
  • Welche Microsoft-365-Dienste sind Bestandteil der Anbindung: Exchange Online, SharePoint Online, Teams, Entra ID oder weitere Dienste?
  • Wie lauten die Abteilungen, Kostenstellen, Benutzerrollen, Genehmigungsgrenzen und Vertretungsregeln für den Freigabe-Workflow?
  • Welche Rechnungsvolumina, Dokumentformate, OCR-Sprachen und strukturierten Rechnungsformate wie ZUGFeRD oder XRechnung sind zu verarbeiten?
  • Welche gesetzlichen und betrieblichen Aufbewahrungs-, Sperr- und Löschfristen sollen je Dokumenttyp konfiguriert werden, und ist die steuerliche Beratung einzubeziehen?
  • Existieren bereits Dokumente oder ein Altsystem für die Migration, und welche Datenmengen, Dateiformate und Metadaten liegen dort vor?
  • Sind die vorgeschlagenen Annahmen zu Verfügbarkeit, Performance, Backup, Supportzeiten, Hosting innerhalb der EU und einer mindestens zweistufigen Freigabe fachlich und technisch zu bestätigen?

Nächster Schritt: der Projektplan: Projektplan DMS-Einführung

Aus dem Lastenheft wird ein Vorhaben mit Phasen, Zeitplan, Budget und Risiken. · Das passende Lastenheft DMS

Wie dieses Beispiel entstanden ist
Erstellt mit dem PathHub Lastenheft-Generator aus dieser Beschreibung: „Wir führen als Systemhaus ein Dokumentenmanagementsystem für ein Unternehmen mit 150 Mitarbeitenden ein. Grundlage ist das Lastenheft des Kunden: digitale Eingangsrechnungen mit OCR und mehrstufigem Freigabe-Workflow, GoBD-konforme Archivierung, Anbindung an DATEV und Microsoft 365, Berechtigungen nach Abteilungen.“ — ohne Unternehmenskontext. Für dein Vorhaben: Beschreibung anpassen und ein eigenes Dokument erstellen.

Häufig gestellte Fragen

Was gehört in ein Pflichtenheft für ein DMS?
Im Beispiel: Einleitung, Lösungsüberblick und Systemarchitektur, Umsetzung der funktionalen Anforderungen, Umsetzung der nicht-funktionalen Anforderungen, Schnittstellen und Migrationskonzept, Datenschutz und IT-Sicherheit, Test- und Abnahmekonzept, Projektphasen, Rollen und Zeitplan, Betrieb, Support und Wartung. Den Kern bilden 19 nummerierte Anforderungen, davon 14 MUSS-Anforderungen, jeweils mit prüfbarem Abnahmekriterium.
Welche Anforderungen sind bei ein DMS besonders wichtig?
Im Beispiel als MUSS eingestuft: Zentrale Erfassung von Eingangsrechnungen; OCR-Erfassung von Rechnungsdaten; Validierung und Korrektur der Rechnungsdaten; Regelbasierte Workflow-Zuordnung; Mehrstufige Freigabe.
Kann ich das Beispiel als Vorlage verwenden?
Ja. Lade es als Word-Datei herunter und passe Zahlen, Systeme und Prioritäten an dein Vorhaben an — oder erstelle mit dem Generator in etwa einer Minute ein Pflichtenheft aus deiner eigenen Beschreibung.
Was ist der Unterschied zwischen Lastenheft und Pflichtenheft?
Das Lastenheft schreibt der Auftraggeber: was gebraucht wird und warum. Das Pflichtenheft schreibt der Auftragnehmer: wie die Anforderungen umgesetzt und getestet werden.

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