Projektplan für eine Cloud-Migration
Eine Cloud-Migration ist mehr als ein Umzug der Server: Auftragsverarbeitung, Drittlandübermittlung, NIS2-Lieferkette und ein Notfallkonzept müssen stehen, bevor die erste Anwendung umzieht. Dieser Plan zeigt die Migration eines IT-Dienstleisters mit 120 Mitarbeitenden nach Microsoft Azure und Microsoft 365.
Ohne Anmeldung · öffnet sofort · 22 Wochen · 10 Phasen · 60 Aufgaben · Budget ca. 342.100 €
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Cloud-Migration und Modernisierung der IT-Infrastruktur
Die bestehende Server- und Fachanwendungslandschaft eines IT-Dienstleisters mit 120 Mitarbeitenden wird in Microsoft Azure und Microsoft 365 überführt. Nach einer vollständigen Bestands- und Abhängigkeitsanalyse werden Zielarchitektur, Azure Landing Zone, Identitätsmanagement und Sicherheitsmechanismen aufgebaut. Die Produktivsysteme werden kontrolliert in mehreren Wellen migriert und durch getestete Backup-, Wiederherstellungs- und Rückfallverfahren abgesichert. Schulungen, Hypercare, Betriebsübergabe und formale Abnahme schließen das Vorhaben innerhalb von sechs Monaten ab.
Phasen
Phase 1: Projektinitiierung und Governance
Das Projekt wird organisatorisch, fachlich und rechtlich verbindlich aufgesetzt. Entscheidungswege, Erfolgskriterien, Rollen, Kommunikationswege und Eintrittsvoraussetzungen für die Migration der 120 Mitarbeitenden und der bestehenden IT-Landschaft werden festgelegt.
Phase 2: Bestandsaufnahme und Abhängigkeitsanalyse
Die technische und fachliche Ausgangslage wird vollständig erfasst. Ziel ist ein belastbares Inventar aller Server, Fachanwendungen, Datenbestände, Schnittstellen, Benutzer, Lizenzen und Abhängigkeiten als Grundlage für die Migrationswellen.
Phase 3: Compliance-, Datenschutz- und Mitbestimmungsprüfung
Datenschutz, Informationssicherheit, mögliche NIS2-Pflichten und Mitbestimmungsrechte werden verbindlich bewertet. Die Ergebnisse werden in Freigabekriterien für Pilotierung und produktive Migration überführt, damit keine Verarbeitung echter Daten ohne erforderliche Genehmigungen beginnt.
Phase 4: Zielarchitektur, Azure Landing Zone und Vertragsabsicherung
Die technische Zielarchitektur wird implementierungsreif geplant und die Azure- und Microsoft-365-Grundlagen werden vorbereitet. Gleichzeitig werden die rechtlichen Voraussetzungen für die Verarbeitung echter Daten und die relevanten Lieferketten- und Sicherheitsnachweise abgeschlossen.
Phase 5: Sicherheits-, Backup- und Notfallkonzept
Backup, Wiederherstellung, Notfallbetrieb, Berechtigungen und Sicherheitsüberwachung werden technisch umgesetzt und unter realistischen Bedingungen geprüft. Vor dem Pilotbetrieb mit Testdaten wird ein abschließender Freigabepunkt für Datenschutz, Informationssicherheit und Betriebsbereitschaft eingerichtet.
Phase 6: Pilotierung und Betriebsbereitschaft
Eine risikoarme Pilotmigration mit Testdaten überprüft Architektur, Runbooks, Berechtigungen, Überwachung, Support und Rückfallverfahren. Produktive Daten werden in dieser Phase nicht verarbeitet, sofern die dafür erforderlichen Freigaben nicht vollständig vorliegen.
Phase 7: Migrationswelle 1 für Microsoft 365 und risikoarme Systeme
Microsoft 365 und ausgewählte Benutzergruppen sowie gering kritische Server und Fachanwendungen werden produktiv migriert. Die Welle dient zugleich dazu, Benutzerunterstützung, Betriebsprozesse und Datenabstimmung unter realen Bedingungen zu validieren.
Phase 8: Migrationswellen 2 und 3 für Server und Fachanwendungen
Die abhängigen und geschäftskritischen Server- und Fachanwendungsgruppen werden in abgestimmten Wartungsfenstern migriert. Jede Welle durchläuft technische Prüfungen, fachliche Tests, Datenabgleich und eine dokumentierte Abnahme mit Rückfallentscheidung.
Phase 9: Schulung, Gesamtcutover und Hypercare
Mitarbeitende, Key User und Administratoren werden auf den neuen Betrieb vorbereitet. Verbleibende Systeme und organisatorische Übergaben werden abgeschlossen, während der produktive Betrieb durch ein engmaschiges Hypercare-Modell überwacht wird.
Phase 10: Abnahme, Übergabe und Projektabschluss
Der neue Cloudbetrieb wird formal und organisatorisch an die Linienorganisation übergeben. Betriebsdokumentation, Notfallunterlagen, Compliance-Nachweise, Restpunkte, Kosten und Verantwortlichkeiten werden abgeschlossen und durch den Auftraggeber abgenommen.
Timeline
Budget
| Position | Menge | Einzelpreis | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Externe Migrationsprojektleitung und PMO-Unterstützung | 20 Personentage | 1.100 € | 22.000 € |
| Azure-Architektur, Landing Zone, Netzwerk und Governance | 20 Personentage | 1.250 € | 25.000 € |
| Microsoft-365-, Entra-ID- und Identitätsmigration | 20 Personentage | 1.100 € | 22.000 € |
| Server- und Fachanwendungsmigration einschließlich Anpassungen und Fehlerbehebung | 35 Personentage | 950 € | 33.250 € |
| Backup-, Recovery- und Notfallkonzept einschließlich Wiederherstellungstest | 12 Personentage | 1.100 € | 13.200 € |
| Technische Qualitätssicherung, End-to-End-Tests und Abnahmeunterstützung | 10 Personentage | 900 € | 9.000 € |
| Position | Menge | Einzelpreis | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Interne Projektleitung und Steuerung über alle 10 Phasen | 25 Personentage | 850 € | 21.250 € |
| Systemadministration und IT-Betrieb für Inventarisierung, Tests und Migration | 40 Personentage | 650 € | 26.000 € |
| Internes Azure-, Entra-ID- und Microsoft-365-Plattformteam | 30 Personentage | 750 € | 22.500 € |
| Fachanwendungsverantwortliche und Key User für Abhängigkeiten und Abnahmen | 35 Personentage | 600 € | 21.000 € |
| Informationssicherheit und Notfallmanagement für Sicherheits- und Wiederherstellungstests | 12 Personentage | 700 € | 8.400 € |
| Interne Datenschutz-, Rechts- und Einkaufskoordination | 10 Personentage | 700 € | 7.000 € |
| Position | Menge | Einzelpreis | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Azure-, Microsoft-365- und Parallelbetriebskosten für Test, Migration und sechs Monate Anlaufbetrieb | 6 Monat | 4.300 € | 25.800 € |
| Temporäre Migrations-, Synchronisations- und Backup-Softwarelizenzen | 1 Pauschal | 14.000 € | 14.000 € |
| Temporäre Sicherheits-, Protokollierungs- und Monitoring-Lizenzen | 6 Monat | 1.300 € | 7.800 € |
| Temporärer Cloud-Speicher, Netzwerk- und Datenübertragungskosten | 1 Pauschal | 7.200 € | 7.200 € |
| Position | Menge | Einzelpreis | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Auftragsverarbeitungsvertrag, Drittlandprüfung und Transfer-Schutzmaßnahmen mit dem Cloud-Anbieter (Phase 3-4, vor Pilotierung und Produktivmigration) | 8 Personentage | 1.250 € | 10.000 € |
| Anpassung des Verzeichnisses der Verarbeitungstätigkeiten und Prüfung der Datenschutz-Folgenabschätzung (Phase 3, vor Go-live) | 8 Personentage | 1.000 € | 8.000 € |
| NIS2-Risikomanagement, Lieferkettenbewertung und Sicherheitsnachweis für den Cloud-Dienst (Phase 3-4, falls NIS2-Anwendungsbereich erfüllt) | 6 Personentage | 1.200 € | 7.200 € |
| Betriebsratsbeteiligung und Betriebsvereinbarung zu Protokollierung und Auswertungen (Phase 2-3, falls Betriebsrat vorhanden) | 6 Personentage | 1.000 € | 6.000 € |
| Position | Menge | Einzelpreis | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Administratorenschulung für Azure, Microsoft 365, Identitäten und Betriebsprozesse | 4 Personentage | 1.500 € | 6.000 € |
| Anwenderschulung für Microsoft 365 und geänderte Arbeitsabläufe | 120 Teilnehmer | 85 € | 10.200 € |
| Key-User- und Fachbereichsworkshops für Tests, Abnahme und Betriebsübergabe | 20 Stunden | 250 € | 5.000 € |
| Migrationskommunikation, Anleitungen und Change-Begleitung | 1 Pauschal | 4.300 € | 4.300 € |
Risiken
Unvollständige Bestandsaufnahme und unbekannte Abhängigkeiten
Wenn bis zum Ende von Woche 5 nicht alle Server, Fachanwendungen, Schnittstellen, Datenbestände, Benutzerabhängigkeiten und Betriebsprozesse erfasst und von den Fachverantwortlichen bestätigt sind, werden bisher unbekannte Abhängigkeiten erst während der Migrationswellen sichtbar und verursachen Ausfälle, Zusatzaufwand oder weitere Wellen.
Inkompatibilität von Legacy-Fachanwendungen
Wenn eine Fachanwendung bis zum Ende von Woche 9 moderne Authentifizierung, Azure-Netzwerkpfade, Datenbankversionen oder die geplante Betriebsplattform nicht unterstützt, kann sie im Pilot oder in den Migrationswellen nicht stabil betrieben werden.
Datenverlust oder inkonsistente Datenübernahme
Wenn während der Migrationswellen 1 bis 3 kein abgestimmter Änderungsstopp, keine wiederholbare Synchronisation und keine fachliche Datenabnahme erfolgt, können Dateien, Postfächer, Datenbanken oder Anwendungsdaten fehlen oder widersprüchlich übernommen werden.
Fehlkonfiguration von Identitäten und Berechtigungen
Wenn Entra ID, Synchronisation, privilegierte Rollen, Multifaktor-Authentifizierung oder bedingte Zugriffsrichtlinien im Pilot oder in Welle 1 fehlerhaft konfiguriert sind, können Benutzer ausgesperrt oder unberechtigte Zugriffe ermöglicht werden.
Verzögerter Auftragsverarbeitungsvertrag oder ungeklärte Drittlandübermittlung
Wenn der Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Cloud-Anbieter, die Drittlandprüfung oder erforderliche zusätzliche Schutzmaßnahmen bis spätestens Woche 9 nicht abgeschlossen sind, dürfen echte personenbezogene Daten nicht in die Cloud migriert werden und der Produktivstart wird blockiert.
Verzögerung durch Betriebsratsbeteiligung
Wenn ein Betriebsrat besteht und die Cloud-Dienste mit Protokollierungs- oder Auswertungsmöglichkeiten bis Woche 7 nicht abgestimmt sind, kann eine erforderliche Betriebsvereinbarung fehlen und der Produktivstart von Microsoft 365 in Woche 13 blockiert werden.
Unzureichender Wiederherstellungs- und Notfallnachweis
Wenn Backup, Wiederherstellung, RPO, RTO und Notfallrollen bis Ende Woche 10 nicht unter realistischen Bedingungen getestet sind, kann ein Ausfall nach der Migration zu längeren Betriebsunterbrechungen oder dauerhaftem Datenverlust führen.
Erhöhte Angriffsfläche im Parallelbetrieb
Wenn während der Wochen 13 bis 20 alte Systeme, temporäre Migrationskonten, offene Netzwerkpfade oder doppelte Synchronisationen nicht überwacht und fristgerecht abgeschaltet werden, steigt das Risiko für unberechtigte Zugriffe, Schadsoftware und Ransomware-Folgen.
Nicht erfüllte oder verspätet bewertete NIS2-Anforderungen
Wenn bis Woche 5 nicht festgestellt ist, ob der IT-Dienstleister aufgrund seines Sektors und seiner Größe in den NIS2-Anwendungsbereich fällt, oder wenn bei Anwendbarkeit der Lieferketten- und Risikonachweis bis Woche 9 fehlt, entstehen Nacharbeiten, Freigabeverzögerungen und mögliche aufsichtsrechtliche Beanstandungen.
Kapazitäts-, Termin- und Budgetüberschreitung
Wenn interne Fachleute während der Migrationswellen nicht verfügbar sind oder zusätzliche Anwendungsanpassungen und Testwiederholungen ab Woche 8 den eingeplanten Aufwand überschreiten, können der Abschluss in Woche 22 und das Budget von rund 380.000 EUR gefährdet werden.
Stakeholder
Geschäftsführung oder Auftraggeber
Entscheidet über Budget, Risikobereitschaft, Zielkonflikte und formale Projektabnahme.
IT-Leitung und Projektleitung
Verantwortet Prioritäten, Ressourcen, Eskalationen, Zeitplan und Gesamtsteuerung.
Cloud-Architektur und Azure-Plattformteam
Definiert Landing Zone, Netzwerk, Identitäten, Governance, Sicherheitsrichtlinien und technische Zielarchitektur.
Systemadministration und IT-Betrieb
Liefert Bestandsdaten, analysiert Serverabhängigkeiten, führt Migrationen durch und übernimmt den späteren Betrieb.
Verantwortliche der Fachanwendungen
Bewerten Kritikalität, Datenflüsse und Schnittstellen und verantworten Testfälle sowie fachliche Abnahmen.
Informationssicherheitsbeauftragte oder Sicherheitsverantwortliche
Legen Anforderungen an Berechtigungen, Protokollierung, Schwachstellenbehandlung und sichere Cloud-Konfiguration fest.
Datenschutzbeauftragte
Prüft Auftragsverarbeitung, Drittlandübermittlung, Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten und Erforderlichkeit einer Datenschutz-Folgenabschätzung.
Rechtsabteilung und Einkauf
Prüft und verhandelt Auftragsverarbeitungsvertrag, Microsoft-Vertragsbedingungen, Haftung, Leistungszusagen und Exit-Regelungen.
Betriebsrat, falls vorhanden
Muss bei auswertbaren Cloud-Diensten beteiligt werden und gegebenenfalls einer Betriebsvereinbarung zustimmen.
Notfallmanagement oder Verantwortliche für Geschäftskontinuität
Definiert Wiederanlaufziele, Notfallrollen, Ausweichverfahren und Abnahmekriterien für Wiederherstellungstests.
Fachbereichsleitungen und Key User
Priorisieren Geschäftsprozesse, stellen Testpersonen bereit und bestätigen die fachliche Betriebsfähigkeit.
Externer Microsoft- oder Migrationspartner
Stellt Spezialwissen und zusätzliche Kapazitäten für Azure, Microsoft 365, Fachanwendungen und Fehlerbehebung bereit.
Compliance
Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO mit dem Cloud-Anbieter prüfen und abschließen; Unterauftragnehmer, Speicherorte, Lösch- und Rückgabepflichten sowie technische und organisatorische Maßnahmen festlegen.
Drittlandübermittlung nach Art. 44 ff. DSGVO bewerten und erforderlichenfalls Standardvertragsklauseln, Transfer-Folgenabschätzung und zusätzliche Schutzmaßnahmen dokumentieren; Verarbeitung echter Daten erst nach Freigabe.
Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten nach Art. 30 DSGVO für Azure, Microsoft 365, Identitätsdienste, Backups und Fachanwendungen aktualisieren; Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO prüfen und bei hohem Risiko durchführen oder aktualisieren.
NIS2-Anwendbarkeit anhand von Sektor, Unternehmensgröße und Tätigkeitsprofil bewerten; falls anwendbar, Risikomanagement, Lieferkettenbewertung des Cloud-Anbieters, Sicherheitsnachweise, Verantwortlichkeiten und Meldeprozesse dokumentieren.
Betriebsrat nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG beteiligen, sofern ein Betriebsrat besteht; Betriebsvereinbarung zu Protokollierung, Auswertungen, Administrationszugriffen und möglicher Leistungs- oder Verhaltenskontrolle abschließen.
Technische und organisatorische Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO für Identitäten, Multifaktor-Authentifizierung, Rollen, privilegierte Zugriffe, Verschlüsselung, Protokollierung, Schwachstellenmanagement und Mandantentrennung festlegen, umsetzen und vor dem Pilot nachweisen.
Backup-, Wiederherstellungs- und Notfallkonzept mit definierten RPO- und RTO-Werten, Aufbewahrung, unveränderbaren Sicherungen, Notfallrollen und Wiederanlaufverfahren erstellen und durch einen dokumentierten Wiederherstellungstest abnehmen.
Lösch-, Aufbewahrungs-, Export- und Exit-Verfahren für Daten, Postfächer, Backups und Fachanwendungen festlegen und vertraglich beziehungsweise in internen Richtlinien dokumentieren; Sicherheits- und Datenschutzvorfälle einschließlich möglicher DSGVO- und NIS2-Meldewege in den Betriebsprozess aufnehmen.
Meilensteine
- Woche 2
Genehmigter Projektauftrag einschließlich Governance-Modell, Rollenbesetzung, Kommunikationsplan und dokumentierter Betriebsratsprüfung
Voraussetzung: Benannte Auftraggeber, Projektleitung und Entscheidungsgremien - Woche 5
Abgenommenes System-, Daten- und Abhängigkeitsinventar einschließlich priorisiertem Migrationswellenplan
Voraussetzung: Freigegebener Projektauftrag und Zugang zu Inventar-, Lizenz- und Betriebsdaten - Woche 7
Abgenommenes Compliance-Prüfungspaket mit aktualisiertem Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, DSFA-Prüfung, dokumentierter Betriebsratsbeteiligung und freigegebenen Anforderungen für AVV und Drittlandprüfung
Voraussetzung: Verfügbare Datenflüsse, Verarbeitungstätigkeiten und Ergebnisse der Bestandsaufnahme - Woche 9
Freigegebene Zielarchitektur und Azure Landing Zone sowie abgeschlossener AVV einschließlich dokumentierter Drittlandprüfung und – sofern anwendbar – abgeschlossenem NIS2-Lieferkettennachweis
Voraussetzung: Compliance-Anforderungen, Architekturentscheidungen und Vertragsfreigaben - Woche 10
Erfolgreicher Wiederherstellungstest mit dokumentierten RPO- und RTO-Werten sowie erteilte Datenschutz- und Betriebsfreigabe für die Pilotierung
Voraussetzung: Betriebsfähige Landing Zone, Sicherheitskonzept und freigegebene Datenverarbeitung - Woche 12
Abgenommener Pilot mit bestandenem Fach- und Techniktest, nachgewiesenem Rückfallverfahren und freigegebener Produktivmigration für Welle 1
Voraussetzung: Erfolgreicher Wiederherstellungstest und Pilotfreigabe - Woche 15
Erfolgreich abgenommene Produktivwelle 1 mit Microsoft 365, ausgewählten Benutzern und risikoarmen Systemen ohne offene kritische Fehler
Voraussetzung: Abgenommener Pilot und freigegebene Produktivmigration - Woche 19
Abgenommene Migrationswellen 2 und 3 mit bestätigter Datenkonsistenz, bestandenen End-to-End-Tests und ohne offene kritische Betriebsfehler
Voraussetzung: Stabile Produktivwelle 1 sowie bestätigte Wartungs- und Rückfallfenster - Woche 20
Abgeschlossener Gesamtcutover mit geschulten Anwendern und Administratoren sowie stabilisiertem Hypercare-Betrieb ohne offene kritische Störung
Voraussetzung: Erfolgreiche Migrationswellen und verfügbare Support- sowie Schulungskapazitäten - Woche 22
Formale Projektabnahme, vollständige Betriebsübergabe und genehmigter Abschlussbericht mit dokumentierten Restpunkten und Verantwortlichkeiten
Voraussetzung: Stabilisierter Betrieb, vollständige Dokumentation und geklärte Restpunkte
So ist dieser Plan entstanden
Dieser Plan wurde von PathHub AI aus einer einzigen Beschreibung erstellt: „Migration der Server und Fachanwendungen eines IT-Dienstleisters mit 120 Mitarbeitenden in die Cloud (Microsoft Azure und Microsoft 365): Bestandsaufnahme, Zielarchitektur, Migration in Wellen, Backup- und Notfallkonzept, Schulung. Abschluss in sechs Monaten.“ — ohne Unternehmenskontext. Mit deinen Abteilungen, Freigabeprozessen und Compliance-Vorgaben wird er deutlich genauer.
Pflichten mit Vorlauf: Daran denken viele zu spät
Diese Pflichten löst eine Cloud-Migration typischerweise aus (Beispiel Deutschland). PathHub AI plant sie mit Vorlauf ein, warnt bei zu knappem Zeitplan und zeigt unter „Regel & Nachweise“ die Regel mit Kriterien, die du abhakst und mit Nachweisen belegst. Keine Rechtsberatung.
Regel & Nachweise
Warum: Mit der Migration verarbeitet der Anbieter eure personenbezogenen Daten.
Rechtsgrundlage: Art. 28 DSGVO: Vertrag vor Beginn der Verarbeitung, auch vor der Migration echter Daten; bei Anbietern außerhalb der EU zusätzlich die Drittlandübermittlung absichern (Art. 44 ff. DSGVO).
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit Cloud-Provider
- SLA mit Verfügbarkeit, RPO, RTO
- Exit- und Portabilitätsklausel
- Datenlokalisierung und Transfer-Mechanismus (SCC / Adequacy)
Bei Verstoß: Zivilrechtliche Ansprüche bei Datenverlust; Regressansprüche abhängig vom Vertrag. DSGVO-Bußgelder bei Non-Compliance.
Regel & Nachweise
Warum: Speicherorte, Unterauftragsverarbeiter und Zugriffswege ändern sich.
- Rechtsgrundlage für jede Verarbeitung personenbezogener Daten (Einwilligung, Vertrag, gesetzliche Pflicht, berechtigtes Interesse)
- Vollständiges Verarbeitungsverzeichnis (Art. 30) für alle Prozesse
- Auftragsverarbeitungsverträge (AVV / DPA) mit allen Dienstleistern
- Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) bei Hochrisiko-Verarbeitungen
- Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) dokumentiert
Bei Verstoß: Bußgelder bis 20 Mio. EUR oder 4% des weltweiten Konzernjahresumsatzes — je nachdem, welcher Betrag höher ist. Plus zivilrechtliche Schadenersatzansprüche Betroffener.
Regel & Nachweise
Warum: NIS2 verlangt, dass Risiken durch Dienstleister bewertet und vertraglich abgesichert werden.
Gilt: wenn das Unternehmen unter NIS2 fällt (u. a. ab 50 Beschäftigten oder 10 Mio. EUR Umsatz in den erfassten Sektoren)
- Dokumentiertes IT-Risikomanagement mit jährlichem Review
- Business Continuity Plan und Disaster Recovery getestet
- Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für kritische Systeme
- Verschlüsselung aller sensiblen Daten (at rest + in transit)
- Lieferanten-Sicherheits-Reviews (Supply-Chain-Security)
- Cybersecurity-Schulung für alle Mitarbeiter jährlich
Bei Verstoß: Bußgelder bis 10 Mio. EUR oder 2% des weltweiten Jahresumsatzes. Persönliche Haftung der Geschäftsführung bei grober Fahrlässigkeit.
Regel & Nachweise
Warum: Dienste wie Microsoft 365 erfassen Nutzungsdaten der Beschäftigten.
Gilt: nur wenn ein Betriebsrat besteht
Rechtsgrundlage: § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG: Cloud-Dienste mit Protokollen und Auswertungen sind zur Leistungs- oder Verhaltenskontrolle geeignet.
- Betriebsrat-Wahl initiieren/ermöglichen ab 5 wahlberechtigten Arbeitnehmern
- Mitbestimmung bei Arbeitszeit, Überwachungssystemen, IT-Einführung (§87)
- Anhörung vor jeder Kündigung (§102) — schriftlich mit Begründung
- Interessenausgleich und Sozialplan bei Betriebsänderungen (§111)
Bei Verstoß: Unwirksamkeit von Kündigungen ohne BR-Anhörung. Ordnungswidrigkeiten bis 10.000 EUR je Verstoß. Strafbarkeit (§119) bei Behinderung des BR bis 1 Jahr Haft.
Häufig gestellte Fragen
Weitere Projektplan-Beispiele
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